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02 — Technik

So funktioniert ein Seilsystem.

Zwei Bauteile bestimmen die Sicherheit einer Abhängung: der Seilhalter und das Seil. So arbeiten sie und so berechnen wir sie.

Der Seilhalter

Im Gehäuse umschließen drei oder sechs Stahlkugeln das Seil. Eine Feder drückt sie gegen einen Innenkonus: zieht die Last nach unten, greifen die Kugeln ins Seil und sperren es. Nach oben läuft das Seil frei. Der Druck verteilt sich rund um das Seil, ohne es zu quetschen.

  1. Das Seil durch den Drücker führen, bis es den Mechanismus durchläuft.
  2. Den Seilhalter auf die gewünschte Höhe schieben: er sperrt beim Loslassen selbst.
  3. Zum Absenken oder Nachstellen den Drücker mit dem Finger drücken, verschieben und loslassen.
  • Mindestens 25 mm Seil hinter dem Mechanismus überstehen lassen; beim Kürzen nie weniger als 12 mm.
  • Das Seil muss mit weniger als 5° Abweichung in den Seilhalter ein- und austreten.
  • Ein schräges Seil trägt weniger Last als ein senkrechtes: siehe Winkeltabelle.
  • Das Seil nie als elektrischen Leiter verwenden und den Überstand nicht in Elektrodosen führen.

Das 7×7-Seil

Sieben Litzen aus je sieben Drähten, verzinkt oder Edelstahl AISI 304. Gegenüber 7×19 mit feineren Drähten ist 7×7 steifer, hängt gerade und seine dickeren Drähte werden von den Kugeln nicht gequetscht: der Halt ist zuverlässiger. Es ist das richtige Seil für statische Lasten; 7×19 bleibt bewegten Seilen und großen Durchmessern vorbehalten.

Ein Seilhalter hält etwa 60 % der Bruchlast des Seils. Deshalb berechnen wir die Arbeitslast für die Kombination, nicht für das Seil allein: Bruchlast des Seils × 0,6 ÷ 5.

Ø mmBruch verzinktBruch EdelstahlArbeitslast verzinktArbeitslast Edelstahl
1,085 kg75 kg10 kg9 kg
1,2120 kg108 kg14 kg13 kg
1,5180 kg170 kg21 kg20 kg
2,0310 kg290 kg37 kg34 kg

Mindestbruchlast des Seils laut Herstellerangaben. Arbeitslast = Bruch × 0,6 ÷ 5, statische Last und senkrechtes Seil. Richtwerte, Validierung in unserem Labor für jede Kombination ausstehend.

Neodym-Magnete

Ein Neodym-Magnet im Stahltopf bündelt seine ganze Kraft auf der Kontaktfläche: ein 25-mm-Magnet kann rund 20 kg in reinem Zug halten. Die Nennkraft wird jedoch unter Idealbedingungen gemessen, und auf der Baustelle geht ein erheblicher Teil verloren.

  • Dünnes Blech: unter 5 mm Stahl sinkt die Kraft deutlich.
  • Lack, Rost oder Staub trennen Magnet und Stahl und verringern den Halt.
  • Seitlich rutscht der Magnet: die Scherfestigkeit beträgt nur ein Viertel der Zugkraft, außer gummiert.
  • Über 80 °C verliert Standard-Neodym dauerhaft an Kraft.

Deshalb beträgt unsere Arbeitslast ein Fünftel der auf unserem Prüfstand an realem Blech gemessenen Kraft, stets im senkrechten Zug.

Schräge Seile.

Hängt das Seil nicht senkrecht, trägt jedes Seil weniger: Die zulässige Last wird mit dem Kosinus des Winkels α multipliziert. Bei 45° bleiben 71 %, bei 60° die Hälfte. Das gilt für alle Sets mit 2, 3 und 4 Seilen.

αØ1,2 mmØ1,5 mmØ2,0 mm
0°14 kg21 kg37 kg
15°14 kg20 kg36 kg
30°12 kg18 kg32 kg
45°10 kg15 kg26 kg
60°7 kg11 kg19 kg

Regel H ≥ D: Die senkrechte Höhe muss mindestens so groß sein wie der waagerechte Abstand zwischen Anker und Plattenpunkt. So bleibt der Winkel unter 45°. Nie mehr als 60°.

Hinweise zur Verwendung.

Nur statische Lasten
Kein Chlor, keine korrosive Umgebung
Kein Fett oder Schmiermittel
Nie ausgefranstes Seil
Max. 60° Neigung
Bauteile nicht lackieren

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